Donnerstag, 19. Juli 2012

Wer will fleissige Haushelfer sehn?

Kennt ihr diese Szene? Es ist Wochenende, oder es sind Ferien, die Kinder sind zu Hause, die Wäscheberge werden größer, das Frühstücksgeschirr steht noch herum und Spielzeuge sind in der ganzen Wohnung verteilt? Mir fällt immer wieder auf, wieviel Mehrarbeit an solchen Tagen anfällt. Die kleine Tochter fragt, ob ich ihr ein Buch vorlesen kann und ich liste die Aufgaben auf, die ich vorher noch erledigen muss.

Dabei muss oder sollte das gar nicht so sein. Denn 4 Hände (oder mehr) schaffen bekanntlich mehr als 2.
Hausarbeit ist nicht immer sehr beliebt bei unseren Kindern, aber dennoch ist sie ein wichtiger Beitrag für die Familie und für ihre gesunde Entwicklung. Ein Kind, dass keinen Finger rühren muss, wird es später schwer haben, einen eigenen Haushalt zu führen und wer mag nicht das Gefühl, gebraucht zu werden und eine Aufgabe erfolgreich erledigt zu haben.

Mich hindert oft mein Hang zum Perfektionismus daran, die Kinder helfen zu lassen. Aber wir alle fangen bekanntlich klein an und nur durch Versuchen lernen wir.
Natürlich ist es nicht immer einfach, die Kinder zu Hausarbeit zu  motivieren, aber es ist trotzdem besser, diesen "Kampf" zu wagen, als aufzugeben und doch alles selbst zu machen.
Je früher man damit beginnt, umso besser. Kleinkinder haben oft Freude daran, helfen zu dürfen und mit Mama (oder Papa) zusammen zu arbeiten. Mein Mädchen backen und kochen gern mit mir und sind immer sehr stolz, wenn sie von sich aus helfen, ohne dass ich danach gefragt habe.

 Hilfreiche Tipps:
  1. Einen Zeitrahmen setzen - aus eigener Erfahrung weiß ich, dass allgemeine Aussagen, wie "Heute möchte ich, dass du den Müll ausleerst!" nur zu Aufschiebung führen. Besser ist es, eine Zeit zu bestimmen, bis wann die Aufgabe erledigt sein muss. Es hilft auch, wenn z. B. vorher kein Fernseher oder Computer erlaubt ist.
  2. Sei spezifisch - allgemeine Aussagen, wie "Räum dein Zimmer auf" sind gerade für kleinere Kinder verwirrend und lassen die Aufgabe überwältigend erscheinen. Besser ist es, konkrete Anweisungen zu geben, wie "Bitte räum alle Spielzeuge in die Kiste, mach dein Bett und packe den Müll in den Papierkorb."
  3. Erwarte keine Perfektion (an die eigenen Schulter fass) - Kinder sind Kinder und schon das Bemühen ist den Aufwand wert. Nur so werden sie es lernen.
  4. Sei ein gutes Beispiel - gerade bei neuen Aufgaben für das Kind hilft es, wenn du ihnen zeigst, wie die Aufgabe erledigt wird, so dass sie dich nachahmen können, z. B. beim Wäschefalten
  5. Last but not least - Loben! Kinder, die ständig kritisiert werden , weil etwas nicht richtig gemacht wurde, werden schnell entmutigt und verlieren völlig die Lust auf Hausarbeit. Deshalb immer auch kleine Erfolge loben und bei kleinen Kindern den Prozess validieren, nicht erst am Ende der Aufgabe loben.
Hier eine Liste mit altersgerechten Aufgaben, die Kinder im Haushalt haben können. Sie ist natürlich nur eine Anregung und kann entsprechend verändert und erweitert werden.

Aufgaben für Kinder ab 2 Jahren
  •  Spielzeuge aufräumen
  • Futternapf für Haustiere auffüllen
  • etwas Verkleckertes aufwischen
  • Staub wischen
  • Schmutzwäsche in den Wäschekorb bringen
Aufgaben für Kinder ab 4 Jahren
  •  das Bett machen
  • Mülleimer ausleeren
  • Zeitung oder Post holen
  • den Tisch abräumen
  • Blumen gießen
  • Plastikgeschirr abwaschen
  • Tisch abwischen
Aufgaben für Kinder ab 6 Jahren
  • Wäsche sortieren
  • Fußboden fegen
  • Tisch decken
  • Blätter harken
  • Getränke eingießen
  • ans Telefon gehen
  • das eigene Zimmer aufräumen 
Aufgaben für Kinder ab 8 Jahren
  • Geschirrspüler ein- und ausräumen
  • Staubsaugen
  • beim Kochen helfen
  • den Fußboden wischen
  •  Lebensmittel wegräumen
  • das eigene Frühstück zubereiten
  • Wäsche falten und wegräumen
Aufgaben für Kinder ab 10
  • Wäsche waschen
  • Kuchen und Kekse backen
  • auf kleinere Geschwister aufpassen (mit einem Erwachsenen in Reichweite)
  • das Bad putzen
  • Fenster putzen
  • das Bett neu beziehen
  • einfache Mahlzeiten kochen



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Kommentare:

  1. Hallo! Vielen, vielen Dank für die wertvollen Tipps. Ich fühle mich wie einen Tyrann, der den Kindern immer etwas befielt. :)

    Beste Grüße, Susa!

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