Montag, 7. Mai 2012

Medien & Erziehung (Teil I)

Im Sommer letzten Jahres schrieb Courtney Joseph auf ihrem Blog "Women Living Well" eine Serie zum Thema Moderne Medien. Mir hat diese Serie besonders gut gefallen und ich hatte mich in einigen Passagen durchaus wiedergefunden. Mit freundlicher Erlaubnis von Courtney, habe ich diese Serie für Euch übersetzt und werde in den nächsten Wochen immer am Montag ein neues Kapitel posten:

Es ist Medienmontag! Bisher haben wir in unserer Serie untersucht, wie Medien und unser Leben mit Gott zusammenhängen und wie Medien auf unsere Ehe Einfluss nehmen können. Heute werden wir unser Augenmerk auf den Effekt richten, den die Medien auf unsere Erziehung haben.


Wir können in jede Turnhalle gehen, zu jedem Fußballfeld und feststellen, dass die Hälfte der Eltern auf ihr Telefon starrt - beschäftigt mit Text-Messages, Twitter oder Facebook. Ich gebe zu - ich bin auch mitschuldig. Ich nehme mein iPad mit zum Karateunterricht meines Sohnes und passe gut dazu. Alle Eltern sind abwesend und abgelenkt. Ich kann euch kaum sagen, wie oft ich auf dem Spielfeld ein Kind weinen sah und die Reihe der Mütter absuchte und mich wunderte, wo denn die Mutter sei. Während das Kind weint, fühlt es sich an, als ob Jahre vergehen, bis das abgelenkte Elternteil kommt um das Kind zu trösten. Die körperlichen Hüllen der Eltern sind da, aber ihr Geist ist alles andere als anwesend.

Während es einfach ist, abwesende und abgelenkte Eltern zu identifizieren, hat mich diese Serie dazu gebracht, einen genauen Blick auf mich selbst zu werfen. Ich kontrolliere meine Email-Inbox viel zu oft, bin abgelenkt durch die Gedanken an "online-Dramen" und erwarte von meinen Kindern, dass sie geduldig warten, während ich online etwas zu Ende lese oder schreibe.
Die Zeit, die ich mit den Medien verbringe hat sehr wohl Einfluss auf meine Erziehung! Die Zeit, die meine Kinder mit den Medien verbringen, hat Einfluss auf meine Erziehung! Generation X erzieht jetzt Generation iY! Die Erziehungslandschaft hat sich verändert, aber wir müssen uns an den Vers Hebräer 13,8 erinnern: "Jesus Christus ist und bleibt derselbe, gestern, heute und für immer."
Meine Kinder besuchen seit zwei Jahren einen virtuellen "Heimunterricht", daher sind sie sehr versiert am Computer. Es ist nicht ungewöhnlich, dass man meine Kinder am iPad, DS, wii, Computer oder beim Fernsehen sehen kann. Obwohl sie keines dieser Dinge exzessiv tun, gehört es zu ihrem täglichen Leben und sie scheinen von Natur aus begabt dafür zu sein, ihren Weg durch diesen technologischen Irrgarten zu finden.

Was tut die Generation iY gerne:

1. Mobiltelefone - Die meisten Teenager würden sagen, Mobiltelefone sind lebensnotwendig für sie. Wenn dein Teenager keines besitzt, dann wird er sehr wahrscheinlich um eines betteln. Wir können unsere Kinder immer erreichen, wenn wir das müssen - was sehr vorteilhaft ist - aber die Gefahr von p*rnografischen Inhalten in ihren Jackentaschen ist gegeben, Kinder texten mehr als sie mit den Leuten direkt neben ihnen kommunizieren, sie werden abwesend und abgelenkt vom wirklichen Leben, s*xten (das bedeutet unangemessene Fotos von sich selbst an andere zu verschicken) oder fahren Auto und texten gleichzeitig - um nur ein paar Punkte zu nennen!

2. Soziale Medien - wie Facebook, MySpace, Blogs und Twitter. Es ist sozial - die Kinder können ihre  Freunde kontaktieren oder online guten spirituellen Vorbildern folgen. Aber wenn sie in den sozialen Medien in der falschen Gruppe landen, kann das einen größeren Einfluss auf das Denken der Kinder haben, als ihre Eltern oder die Kirche. Die Kommunikation ist schnell. Unsere Kinder können in einer hohen Geschwindigkeit schreiben, indem sie Abkürzungen und Zeichen verwenden um möglichst schnell zu kommunizieren. Es ist sehr schwierig für Eltern diesen 24/7 Zugang zu Freunden, Fremden oder den Einfluss von Berühmtheiten im Blick zu behalten.

3. Musik - einschließlich iTunes und YouTube. Musik war immer von vorrangigem Einfluss auf die Jugend. Die Musik, die die Jugend hört, formt und gestaltet ihr Denken und jetzt haben sie durch eine Berührung mit der Fingerspitze Zugang dazu! Sie können in null-komma-nichts jeden Song herunterladen. Wenn sie vernünftige Entscheidungen treffen ist das ein Segen. Aber wenn sie anfällig dafür sind, Appetit auf die Sinnesfreuden unserer Gesellschaft zu entwickeln, kann das sehr destruktiv sein.

4. Fernsehen - sogar mit all dem Online Zugang, den unsere Kinder haben - das Fernsehen hat immer noch einen ernst zu nehmenden Einfluss. Manche Haushalte haben fast 900 Fernsehkanäle. Fernsehshows wie Jersey Shore (vergleichbar mit Big Brother; Anm. der Übersetzer) füttern unsere Kinder mit Junk-Food für ihren Geist.

5. Videospiele - der Großteil der Eltern würde sagen: "wir wissen, dass das eine extreme Zeitverschwendung für unsere Kinder bedeutet - aber ist es nicht wunderbar wie es sie beschäftigt, von Schwierigkeiten fernhält und kontrollierbar macht?" Ich bin nicht gegen Videospiele, aber ich fürchte, sie machen Kinder faul. Außerdem kann bei Jungs, wenn sie älter werden, der Hunger auf Gewalt und s*xuelle Inhalte in diesen Spielen mit ihrer Toleranzschwelle wachsen.

Mein Fazit:

1. Wir müssen aufmerksam und bewusst gegenüber jeder Form von Medien sein, in die unsere Kinder involviert sind. Wenn wir sie nicht beschützen, wer dann? Es ist unsere AUFGABE als Eltern, zu wissen was unsere Kinder tun. Wer sind ihre online-Freunde? Welche Musik hören sie? Benutzen sie spät nachts heimlich ihre Mobiltelefone oder iPods im Bett? Welche Lieder sind auf ihren iPods? Welche Kanäle sollten am Fernseher gesperrt werden? Haben wir Filter für das Internet? Welche Videospiele spielen sie?

2. Kennst du die Schwächen deiner Kinder? Ist es Tratsch - beobachte ihr Verhalten in den sozialen Medien und beim Texten. Ist es eine Vorliebe für sexuelle Inhalte - kontrolliere das Telefon ob sie s*xten, ihre Browser-History auf p*rnografische Inhalte und ihre Auswahl auf YouTube. Ist es Zorn und ein Verlangen nach Gewalt - überwache ihre Videospiele und die Musik auf ihrem iPod. Ist es Einsamkeit - stelle sicher, dass sie nicht mit Fremden (beispielsweise P*dophilen) Kontakt aufnehmen um eine Leere zu füllen. Überprüfe die Schwachstellen deiner Kinder und BEOBACHTE ihr Medienverhalten GENAU!

3. Mache Medien zu etwas Gutem. Erziehe deine Kinder dazu, die Medien zu Gottes Herrlichkeit einzusetzen. Ermutige sie, einem neuen Freund / einer neuen Freundin aus der Kirche zu texten oder ihren Geschwistern. Ermutige sie einen Bibelvers oder christliche YouTube-Inhalte auf ihre Facebook-Seite zu stellen. Lass sie nicht-christliche Freunde einladen und mit ihnen Videospiele spielen um eine tiefere Freundschaft aufzubauen und bete für Wege, sie dabei im Auge behalten zu können. Hilf ihnen, einen Blog zu beginnen, auf dem sie das Licht Jesu weitergeben können. Ermutige sie, Priestern und bekannten christlichen Autoren auf Twitter zu folgen, damit sie täglich von ihnen spirituell ermutigt werden können.

Wir können unsere Kinder nicht vollkommen kontrollieren... und das ist der Punkt, an dem die Erziehung unserer Kinder ins Spiel kommt. Wir müssen unseren Kindern helfen, ein Gewissen zu bekommen, das sie vor Fehlern bewahrt wenn sie selbständig werden.

Walk with the King!

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Courtney Joseph schreibt auf ihrem Blog Women-Living-Well. Sie ist seit 12 Jahren mit ihrem Highschool-Freund verheiratet, unterrichtet ihre Kinder zuhause und hat ihren Abschluss auf dem Moody Bible Institut gemacht. Courtneys Leidenschaft dafür, andere Frauen zu helfen "gut zu leben", hat sie im November 2009 in die Rachel Ray Show gebracht. Seither schreibt sie auf ihrem Blog regelmäßig über Ehe und Familie.

1 Kommentar:

  1. Ein schwieriges Thema. Ich versuche schon sehr, da eine Balance zu halten. Die Computerzeit für unsere Kinder ist begrenzt und wir stellen sogar eine Zeitschaltuhr dafür. Von Wii und ähnlichen konnten wir uns bisher fernhalten, wobei meine Schwiegermutter eine Wii extra für die Enkelkinder gekauft hat. Das Thema Handys wird bei unserem Grossen interessant, er hat allerdings nur ein ganz einfaches Modell, mit dem man auch nicht online gehen kann.
    Allerdings muss ich auch sehr aufpassen, wieviel Zeit ich selbst am Computer verbringe und somit ein Vorbild für meine Kinder bin.
    Stephie

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