Seit nun mehr zehn Wochen poste ich jeden Mittwoch einen Beitrag, der zu einer Eltern-Kind-Blogparade gehört. Das Thema dieser Woche heißt: Wie kinderfreundlich ist Deutschland. Hm... das ist wohl wie in so vielen Fällen auch hier eine Frage der Perspektive.
Es kommt darauf an, von wo aus wir diese Kinderfreundlichkeit betrachten, womit wir sie vergleichen und was wir erwarten. Menschen, die aus einem anderen Land kommen, werden Deutschland für sehr kinderfreundlich halten: Es gibt Kindergeld, steuerliche Vergünstigungen, saubere Spielplätze, viele Kindergärten und Kindertagesstätten und vor allem den Mutterschutz und die Erziehungszeit. Deutschland ist ein sehr sicheres und reiches Land und kein Kind muss hier Hunger leiden.
Aber wie in so vielen Bereichen unseres täglichen Lebens, jammern wir auch hier auf unserem anerkannt hohen Niveau. Es gibt zuwenig Kindergärten, weil nicht jedes einjährige Baby einen Krippenplatz garantiert bekommt. Die Steuererleichterung für Familien könnte größer sein und die Mehrwertsteuer für Kinderartikel niedriger.
Überhaupt, was bedeutet kinderfreundlich denn nun genau? Ist Deutschland kinderfreundlich, wenn es pro Ort mindestens drei schöne Spielplätze gibt und man alle Geschäfte bequem mit dem Kinderwagen durchwandern kann? In Prag haben die meisten U-Bahn-Stationen keinen Lift; tragt mal einen Kinderwagen zur U-Bahn hinunter, am besten nach dem Shoppen... Ist ein Land kinderfreundlich, wenn Familien steuerlich begünstigt werden, gute kommunale Kindergärten und Schulen zur Verfügung stehen und sich die Eltern trotz Nachwuchs weiterhin problemlos selbst verwirklichen können?
Oder ist ein Land kinderfreundlich, wenn Kinder freundlich aufgenommen werden? Wenn Kinder als Geschenk, als Glück und nicht als Belastung empfunden werden - und zwar nicht nur von den eigenen Eltern, sondern von allen?
Oder ist ein Land dann kinderfreundlich, wenn Kinder einfach zum Leben dazu gehören, ohne viel Aufhebens darum zu machen?
Dann ist Deutschland vielleicht wirklich nicht besonders kinderfreundlich.
Andererseits - ich selbst habe mich mit meinen Kindern noch nirgendwo unwillkommen gefühlt. Natürlich könnte alles - wie meistens - etwas besser sein. Aber im Grunde genommen geht es uns hier in Deutschland doch sehr gut und das sollten wir genießen und dankbar dafür sein. Dankbar dafür, dass unsere Kinder gefahrlos spielen können, dass wir sauberes Trinkwasser aus dem Wasserhahn haben und genug Essen auf dem Tisch, kostenlose und in der Regel recht gute Schulen, mit Steuergeldern bezuschusste Kindergartenplätze und vieles mehr.
Oh, und wenn jemand einmal gar nicht freundlich zu Euch und Euren Kindern ist, dann überlegt doch einmal, ob sich Eure Kinder vielleicht gerade nicht freundlich verhalten haben... (wer ist schon freundlich zu brüllenden Zweijährigen, bockigen Fünfjährigen, unhöflichen Zehnjährigen oder deren keifenden Müttern).

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Hallo,
AntwortenLöschenich glaube es hängt auch viel von der Umgebung ab zB. Zoo, Ärzte, Geschäfte und soweiter. Wenn alle einen schlechten Tag haben = Unfreundlich...
lg finestdads
Das hast du richtig gut auf den Punkt gebracht. So ähnlich wollte ich es auch sagen, konnte mich nur nicht so kurz fassen :)
AntwortenLöschenAber ich glaube, alles Wesentliche zum Thema Kinderfreundlichkeit hast du hier geschrieben. Jammern auf hohem Niveau ist den Deutschen wohl in die Wiege gelegt worden ^^
Liebe Grüße
Gute Gedanken. Aber was soll kinderfreundlich daran sein, ein 12 Monate altes Baby von der Mutter zu trennen und in eine Krippe zu stecken?
AntwortenLöschenVielen Dank für deinen Beitrag :-)
AntwortenLöschenLiebe Katja,
AntwortenLöschenwirklich ein schöner Beitrag. Du hast so Recht! Jammern ist eben immer einfacher als mal über den Tellerrand zu schauen, wie es in anderen Ländern so ausschaut. Diese Woche musste mich bei seeeeehr vielen Beiträgen zurückhalten, damit ich keinen "bösen" Kommentar schreibe ;), bei dir hab ich mich aber sehr "wohl" gefühlt....
Liebe Grüße
Katrin