Da ich in letzter Zeit einige Anfragen zu typisch deutschen Eigenheiten bekommen habe, möchte ich diesen eine eigene Serie widmen. Unter "Verstehe einer die Deutschen" versuche ich ein bis zwei Mal pro Monat etwas "typisch deutsches" zu erklären. Vergangene Woche habe ich mich an einer Erklärung zu den Kommunalwahlen versucht.
"Wir Deutschen" sind Weltmeister im Müll trennen - nachdem es ja bekanntlich im Fußball schon länger nicht mehr geklappt hat, mussten wir uns wohl nach Alternativen umsehen... Für Ausländer, die neu in Deutschland leben, kann das Müll trennen allerdings eine mittelgroße Herausforderung werden (und auch für Deutsche, die von einem Bundesland zum nächsten ziehen, denn das System des Müll-Trennens ist hierzulande so unterschiedlich wie unsere Dialekte!!!)
Blaue Tonne, graue Tonne, gelber Sack...
Den Song dazu habe ich dieses Jahr auf unserem Faschingsumzug zum ersten Mal gehört - aber das Lied, so wurde mir gesagt, gibt es wohl schon länger. Dass es einen Song über Mülltrennung gibt, sagt ja auch schon so manches aus über die deutsche Lust am Trennen!
Angefangen hat das Phänomen Anfang der 80er Jahre, als uns hierzulande bewusst wurde, dass unsere Ressourcen nicht endlos sind, deren Herstellung viel Energie und Geld kostet und die Forschung Möglichkeiten bietet, nicht nachwachsende Rohstoffe (und auch die nachwachsenden) besser (z.T. mehrfach) zu nutzen. Natürlich geht das in Deutschland nicht ohne die dazugehörigen Gesetze ab - aber im Rückblick auf die letzten 25 Jahre gesehen funktioniert es doch ganz gut.
Blaue Tonne = Altpapier
Hier hinein gehört Papier! Aber auch: Pappe, Kartons, Zeitungen, Zeitschriften, Bücher oder Kataloge
Altglascontainer
Altglascontainer stehen manchmal in der Nähe von größeren Supermärkten und natürlich auch beim örtlichen Wertstoffhof. Hier hinein kommen Flaschen, Gläser, Konservengläser (ohne Deckel - der kommt in den gelben Sack, wenn man einen hat) und Trinkgläser. Ganz wichtig ist es, dass das Glas farblich sortiert wird, nur dann kann man es wieder verwenden! Spiegel, Glühbirnen oder Keramik gehören nicht in den Glascontainer!!!
Gelbe Tonne / gelber Sack = Verpackungen
Wer in seinem Wohnort einen gelben Sack hat, hat Glück. In den Gelben Sack kommen alle Arten von Verpackungen:
Verpackungen aus Kunststoff (Folien, Becher, Plastikflaschen...)
Verpackungen aus Verbundmaterialien (Milchkartons, Tetra Packs für Obstsäfte, Kaffeeverpackungen...)
Verpackungen aus Metall (Alufolie, Konservendosen, Getränkedosen (soweit es keine Pfand-Dosen sind) und geschäumte Kunststoffe (Schalen für Obst und Gemüse...)
Schraubverschlüsse (sofern man sie nicht auf den Flaschen belässt, die man als Pfandflaschen wieder zurückgibt)
Pech gehabt haben die, die an ihrem Wohnort keinen gelben Sack (oder eine gelbe Tonne) haben, denn die müssen all diese Verpackungen zum Teil getrennt in einem Wertstoffhof abgeben.
Sperrmüll
Ihr Bayern, kennt Ihr noch den Sperrmüll aus Kindertagen? Wenn ein bis zwei Tage vorher alle Haushalte die nicht mehr benötigten Sachen vor die Tür stellten und die Kinder dann durch die Nachbarschaft zogen, auf der Suche nach Verwertbarem (und nicht nur die Kinder!!!); sehr zur übergroßen Freude der Mütter, die die eingesammelten Schätze wieder unauffällig entsorgen mussten? Sperrmüll gibt es in Bayern irgendwie schon lange nicht mehr. Stellt Euch also mein großes Erstaunen vor, als ich nach Hessen gezogen bin - Sperrmüll wie in Kindertagen!!! Nur dass jetzt nicht mehr die Nachbarn herumfahren, sondern alte Lieferwagen, die hunderte von Kilometern von ihrer Heimat entfernt sind...
Sperrmüll ist also das, was nicht in die verschiedenen Tonnen verstaut werden kann, weil es einfach zu groß dafür ist. In manchen Bundesländern gibt es sie noch regelmäßig, die Sperrmüll Abfuhr, andere müssen sie extra bestellen, wieder andere Gemeinden haben einen Wertstoffhof, wohin man seinen Sperrmüll zu jeder Zeit bringen kann. Auch hier gilt wieder: Direkt auf der Gemeinde nachfragen und erklären lassen!
Nicht in den Sperrmüll gehört übrigens jeglicher Müll von Baustellen und Häusern, alles was irgendwie mit Autos zusammenhängt oder Müll, der in irgendeiner Form belastet ist (Öl, Asbest, Autofelgen, Baugerüste um nur einige wenige zu nennen).
Sperrmüll ist also das, was nicht in die verschiedenen Tonnen verstaut werden kann, weil es einfach zu groß dafür ist. In manchen Bundesländern gibt es sie noch regelmäßig, die Sperrmüll Abfuhr, andere müssen sie extra bestellen, wieder andere Gemeinden haben einen Wertstoffhof, wohin man seinen Sperrmüll zu jeder Zeit bringen kann. Auch hier gilt wieder: Direkt auf der Gemeinde nachfragen und erklären lassen!
Nicht in den Sperrmüll gehört übrigens jeglicher Müll von Baustellen und Häusern, alles was irgendwie mit Autos zusammenhängt oder Müll, der in irgendeiner Form belastet ist (Öl, Asbest, Autofelgen, Baugerüste um nur einige wenige zu nennen).
Schadstoffe
Zu den Schadstoffen gehört alles, was - falsch gelagert oder entsorgt - unserer Umwelt nachhaltig schaden zufügt. Schadstoffe müssen an den entsprechenden Sammelstellen abgegeben werden. Hier kommt wieder der bereits bekannte Wertstoffhof ins Spiel.
Schadstoffe sind beispielsweise: Energiesparlampen (!!!) und Leuchtstofflampen (die sogenannten Neonröhren), Haushaltschemikalien und Medikamente, Altöl, alle Arten von Batterien, Farben, Lacke, Holzschutzmittel, Insektizide und Pestizide.
Schadstoffe sind beispielsweise: Energiesparlampen (!!!) und Leuchtstofflampen (die sogenannten Neonröhren), Haushaltschemikalien und Medikamente, Altöl, alle Arten von Batterien, Farben, Lacke, Holzschutzmittel, Insektizide und Pestizide.
Grüne Tonne (Bioabfall)
In die Biotonne kommen Abfälle, die auf natürliche Art und Weise verrotten. Wer einen Garten und einen Komposthaufen hat, braucht natürlich keine Tonne, sondern kann diesen Müll selbst recyceln (Achtung: Nicht alles was in die Biotonne kann, kann auch auf den Komposthaufen!). In die Biotonne gehören: Gemüse- und Obstreste, Eier-, Bananen-, Orangen- und Zitronenschalen, Kaffeereste, Teebeutel, Gartenabfälle und - ACHTUNG - Küchentücher aus Papier. Wer natürlich weder einen Garten noch eine grüne Tonne hat, der muss all diesen Abfall in folgender Tonne entsorgen:
Graue Tonne = Restmüll
Tja und der Rest geht in die graue Tonne (Glühlampen, Feuerzeuge, Kugelschreiber, Stoffreste, Lederreste, Wachs, Gummi, Porzellan und Keramik, Taschentücher und Küchentücher, kleine Elektrogeräte, ausgediente Gebrauchsgegenstände, Kehricht, verschmutztes Papier, Staubsaugerbeutel, Windeln, ausgekühlte Asche...).
Wie bereits erwähnt, gibt es beim Müll viele regionale Unterschiede. Ganz sicher geht man, wenn man sich auf der Gemeinde- oder Stadtverwaltung die jeweilige Satzung der Stadt holt, denn bei Nichteinhaltung der Regeln, kann es sogar zu Anzeigen und finanziellen Strafen kommen!!!
Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dickicht bringen und ein paar meiner "einheimischen" Leser zum Schmunzeln. Habt Ihr noch zusätzliche Informationen? Gleich einen Kommentar schreiben!!! Und meine "ausländischen" Leserinnen bitte ich um neue Ideen für mehr Posts zum Thema "Verstehe einer die Deutschen". Danke!



Awesome Post Katja, thanks so much for sharing on this subject! I have noticed that Germany is way ahead of the U.S. State I used to live in. I have been looking into this subject of what is done with waste here, your timing is perfect! Thanks again, I really enjoy your blog!
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